Veganer Soli-Mampf + Musik von „we are creatures“

SO., 14. APR. UM 15:30 
Veganer Soli-Mampf + Musik von „we are creatures“
Baracke Münster

Ihr kennt und liebt doch sicherlich alle das Vegankollektiv roots of compassion aus Münster, oder? Da immer mehr konventionelle Unternehmen versuchen, Veganismus zu entpolitisieren und als zusätzliche Einnahmequelle zu begreifen, geraten immer häufiger Projekte wie eben roots of compassion, die sich alternativ organisieren und deren Sortiment hohen ethischen Standarts genügt, finanziell in die Bredoullie – das ist bedauerlich und wir möchten unseren Freund*innen in dieser schwierigen Situation helfen: mit einem Soli-Mampf und wundervoller Musik von We Are Creatures. Kommt also alle vorbei und erlebt einen hedonistischen Nachmittag für den guten Zweck <3

 

 

Foto: Zeigt einen Kuchen aus Nahnaufnahme

TV-Bericht: Wofür kämpfen Tierrechtler*innen?

+++ TV-Tipp: Wofür kämpfen Tierrechtler*innen? +++

Ende letzten Jahres haben wir auf einer unserer Veranstaltungen gegen ESCADA Besuch von einem WDR-Fernsehteam bekommen, das uns vor Ort nach unserer Motivation und den Zielen unseres Aktivismus‘ gefragt hat. Anlass dazu war ein Bericht, der die Qualität, den Sinn und die Realisierung des „Staatszieles Tierschutz“ untersucht – u.a. unsere Position dazu erfahrt ihr morgen Abend ab 18:15 bei Tiere suchen ein Zuhause.

Wer jedoch nicht warten mag, findet den Bericht schon heute unter diesem Link.

einen Text zum Thema findet ihr außerdem passend dazu veröffentlicht: Schadet Tierschutz den Tieren?

Schadet Tierschutz den Tieren?

Mit diesem provokanten Titel möchten wir uns mit einem wichtigen Thema auseinander setzen.
Was ist Tierschutz, von wem wird er warum betrieben und steht das Wohl der Tiere wirklich im Mittelpunkt der Handlungen?

Was Tierschutz ist, ist ja schnell erklärt, oder?
Tierschutz ist das Anliegen Tieren ein möglichst gutes Leben zu ermöglichen.

Leider ist es dann doch nicht so einfach… Wir möchten hier eine Trennung des „privaten“ Tierschutzes und dem staatlich organisierten vornehmen.

Unter privaten Tierschutz fassen wir alles zusammen, was Menschen tun, um Tieren direkt zu helfen.
Niemand hat etwas dagegen, wenn eine Person eine verletzte Taube zum Tierarzt bringt, Wildvögel zufüttert oder einen herrenlosen Hund beim Tierheim abgibt. Auch befürworten wir natürlich, wenn Menschen ihre Gärten für Wildtiere optimieren, Aktionen zur Erhaltung von Lebensräumen organisieren oder als Gassigeher*innen ihr lokales Tierheim unterstützen.
Kurzum: Privater Tierschutz ist alles, was individuellen Tieren unmittelbar hilft ihre aktuelle Lebenssituation zu verbessern, aus Gefahrensituationen zu kommen, oder von Schmerz und Verletzungen befreit zu werden.

Staatlich organisierter Tierschutz hingegen ist etwas ganz anderes. Das staatliche Tierschutzgesetz hat primär zwei Aufgaben.
Erstens: Die Ausbeutung von Tieren legitimieren und organisieren.
Zweitens: Der Bevölkerung den Eindruck vermitteln, dass alles in Ordnung ist.

Das Wohl der Tiere steht für das Tierschutzgesetz nicht an erster Stelle.
Vielmehr wird geklärt, wie Tiere gequält werden dürfen, welche Tierarten wie behandelt werden dürfen und wie die industrielle Haltung und Tötung vonstatten gehen soll. Noch mal deutlich: In einem Gesetz zum Schutze werden akzeptable Tötungspraktiken erläutert!

Egal, ob für „Lebensmittel“, zu „Forschungszwecken“ oder für andere „Rohstoffe“, Tiere werden zuerst nach ihrem ökonomischen Wert beurteilt, nicht nach ihren eigenen Wünschen und Bedürfnissen.
Dabei gehen der Staat und die Wirtschaft, die ja letztendlich den Staat lenkt, ganz geschickt vor.
Schon von klein auf wird Kindern beigebracht, dass wir bestimmte Tierarten nutzen dürfen, ohne, dass dies hinterfragt wird.
Agrarkonzerne geben Kinderbücher heraus, betreiben die Verlage für Schulbücher, sponsern tierliche Produkte in den Schulen  und richten Werbung in allen Medien gezielt an (Klein-)Kinder.
Alle paar Jahre wird eine neue Tierschutzreform verabschiedet, die es so darstellt, als ob es den Tieren JETZT ENDLICH richtig gut geht. Praktisch ändert sich für die Tiere aber nichts. Die Maßnahmen sind, selbst, wenn sie eingehalten werden, lachhaft.
Schweine stehen in ihrem eigenen Kot, fressen sich gegenseitig an, haben unversorgte Wunden – und mit einer Metallkette zum rumkauen wird plötzlich alles gut? Und wenn die sog. „Landwirte“ sich nicht an die Vorgaben halten? Mit einer Strafe müssen sie wohl kaum rechnen. Häufig sind Landwirt*innen und Veterinär*innen privat bekannt, kennen sich manchmal schon ihr ganzes Leben. Würde ein Veterinär Tiere wegen schlechter Behandlung beschlagnahmen, müsste der Staat für die Kosten aufkommen. Streicht der Staat gezielt diese Gelder, sind dem Veterinär die Hände gebunden. Und nicht zuletzt finden Kontrollen nicht regelmäßig statt – nicht mal im Ansatz. Es gibt in Deutschland Regionen, in denen, wenn der Veterinär Vollzeit arbeitet, er alle 17 Jahre einen Hof kontrollieren kann. Das ist kein Schreibfehler – siebzehn Jahre!

Foto: zerteilte Schweine auf Fleischerhaken
Nicht nur die Tiere leiden – offensichtlich – unter der Tierausbeutung. Auch die Arbeiter*innen und die Umwelt werden ausgenutzt.

Die Landwirt*innen können also ihr halbes Arbeitsleben tun und lassen was sie wollen, bevor sich mal jemand die Tiere anschaut. Und auch dann passiert, aus den o.g. Gründen, praktisch nie etwas.
Dennoch wird der Bevölkerung durch die bloße Existenz des Veterinäramts suggeriert, dass alles seine Richtigkeit hat.
Nehmen wir die Manipulation durch die Firmen und ihren veröffentlichten Medien hinzu, in denen die Tiere immer wieder in idyllischen Landschaften gezeigt werden, ist es nicht verwunderlich, dass viele Menschen lieber in dieser Fantasiewelt leben und Tiere konsumieren.

Wirkliche – grundlegende – Veränderungen werden durch solche Prozesse behindert.
Alle paar Jahre kommt wieder eine neue Reform, das Gewissen wird erst einmal wieder beruhigt. Bis nach und nach wieder herauskommt, dass weiter Tiere gequält werden. Dann gibt es wieder einen Aufschrei, Talkshows zum Thema, Erklärungen von Politiker*innen, gesellschaftliche Diskussionen und letztendlich wieder eine Reform. Ein Kreislauf aus Vertuschung,  Beschönigung, dem gewollten manipuliert werden und Ignoranz.

Wenn wirklich etwas für die Tiere erreicht werden soll, muss das Problem an der Wurzel gepackt werden.
Und das ist nicht eine suboptimale Haltung, lange Transportwege oder ungeschulte Schlachter.
Das Problem ist die Tiernutzung an sich! Wir können doch nicht vom Schutz von Tieren sprechen, wenn wir sie zeitgleich auf alle erdenklichen Arten ausbeuten und töten.
Wie würden Sie jemanden bezeichnen, der sich Kinderschützer nennt, aber seinen eigenen Nachwuchs misshandelt? Einen Frauenrechtler, der weibliche Personen schlägt? Einen Umweltschützer, der Atomstrom bezieht?
Wie würden sie einen Tierschützer nennen, der das Quälen und Töten von Tieren in Auftrag gibt?

Wirklicher Tierschutz – im eigentlichen Wortsinne – geht immer nur vegan!
Sowohl gesamtgesellschaftlich muss die Nutzung von Tieren beendet werden, als auch der individuelle Konsum von tierlichen Produkten.

Nie zuvor war es so einfach einen veganen Lebensstil zu haben.
Nie zuvor sprach so viel für einen veganen Lebensstil. Milliarden gequälte Tiere, verhungernde Menschen, Umweltzerstörung oder Treibhausgase sind nur einige der Punkte, für welche die Tiernutzung mitverantwortlich ist.
Egal ob die Tiere, die Menschen oder die Umwelt, irgendwas davon wird Ihnen hoffentlich am Herzen liegen.

Grafik: Schriftzug "GO VEGAN" und verschiedene kleinere Symbole
…für die Tiere, die Mitmenschen, die Umwelt.

1000 Demonstrierende gegen 80 Kreuze

1000 Demonstrierende gegen 80 Kreuze

Gestern war es wieder so weit, alle Jahre wieder ziehen Abtreibungsgegner*innen und Neurechte beim sogenannten „1000 Kreuze Marsch“ durch Münster. Sie treten damit für ein fundamentalistisch-christliches Weltbild ein, tragen ein eingerahmtes Jesusbild und in etwa 80 Kreuze durch die Stadt, um damit Menschen, die eine Abtreibung durchmachen mussten bloßzustellen. Höhnisch tragen sie die Kreuze, welche die „ermordeten Kinder“ symbolisieren sollen voller Trauer durch die Stadt.

Das es hier nicht um den Schutz irgendwelcher Lebewesen geht, offenbart nicht nur der Blick auf die zahlreichen Pelzkrägen der „Anti-Choice“ Unterstützer*innen, sondern auch ein Blick auf ihre Internetpräsenz. Hinter dem vermeintlichen Zug für die „ermordeten Kinder“ verbirgt sich ein fundamentalistisch-christliches Weltbild, voller Wissenschaftsfeindlichkeit, Evolutionszweifelei und Akzeptanz einer alles bestimmenden „Gottesautorität“. Sie gehen damit sogar so weit, Schwangeren das Recht auf Selbstbestimmung abzusprechen und den Schwangerschaftsabbruch noch stärker als ohnehin schon zu kriminalisieren. Dass Schwangerschaftsabbrüche kein unproblematisches Thema sind, muss gesagt werden, dennoch sollte über das „bis wann“ und „wie“ nicht aufgrund irgendwelcher „christlicher Werte“ entschieden werden, denn diese Werte sind schlicht frei erfunden. Dennoch beharren die Fundamentalist*innen auf diesen vermeintlichen Werten, Homophobie und Trans-Feindlichkeit inbegriffen.

Um für sexuelle Selbstbestimmung und die Möglichkeit legaler Schwangerschaftsabbrüche einzutreten haben wir uns dem Gegenprotest angeschlossen. 1000 Menschen sind gekommen, um gegen den Fundamentalismus Stellung zu beziehen. Laut und bunt, begleitet von zahlreichen Reden und etwas Musik fand der Gegenprotest in der Innenstadt von Münster statt. Pro Familia, die kritischen Mediziner*innen, der DGB, das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung, Frauen*streikgruppe, der Tierrechtstreff und weitere Gruppen waren mit Reden vertreten. So beleuchtete Pro Familia die schwierige Situation Schwangerer in Anbetracht des aktuell herrschenden Informationsverbots. Die kritischen Mediziner*innen setzten sich dafür ein, Schwangerschaftsabbruch an den Universitäten nicht nur auf dem Plan stehen zu haben, sondern auch tatsächlich zu lehren, was bisher sehr selten der Fall ist. Besonders nah ging der Redebeitrag einer Frau, welche gerade eine Abtreibung hinter sich hatte. Sie betonte abermals, wie schwer es ist, überhaupt an Informationen über Schwangerschaftsabbrüche heran zu kommen, da Ärzt*innen aufgrund von §219a kostspielige Prozesse riskieren, wenn sie über Schwangerschaftsabbruch informieren. Sie war also allein mit den Informationen im Internet, fühlte sich durch die Stigmatisierung sogar als „baldige Straftäterin“ – da sind Schockseiten wie sie von der „Anti-Choice“ Bewegung produziert und auch beispielsweise von der AfD-Münster auf der eigenen Homepage geteilt werden, wirklich das Allerletzte. Collagen mit heulenden Frauen vor toten Babys, um es einmal auszuschreiben. Zum Glück handelt es sich dabei nur um Propaganda und die Frau war zufrieden mit der Entscheidung für ihren Schwangerschaftsabbruch.

Während also geredet wurde bereiteten sich einige vor, die „80 Kreuze“ vor der Lambertikirche lautstark zu empfangen, da hier der Marsch an der Gegendemo direkt vorbeizog. Die Menschen auf der Gegendemo haben das Recht auch als Gegendemo wahrgenommen zu werden. Da der Polizei unsere Rechte natürlich völlig egal sind (uns steht der Rechtsweg offen…) parkte die Polizei-MS ihre Einsatzwannen in geschlossener Reihe vor die Gegendemo, sodass die „80 Kreuze“ vorbeiziehen konnten, ohne die Gegendemo zu Gesicht zu bekommen. Mal wieder toll gemacht, danke fürs Partei ergreifen Polizei NRW Münster.

Dennoch war es eine gelungene Veranstaltung und dem fundamentalistischen Zug für die Kriminalisierung von Abtreibung konnte ein lautes, buntes, vielfältiges und wissenschaftlich-fundiertes Zeichen entgegengesetzt werden. Vielen Dank an das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung Münster und an alle die dabei waren!

Unterstützt Roots of Compassion

Sicher kennt ihr das Vegankollektiv roots of compassion, das seinen Sitz hier in Münster hat und von hier aus allerlei emanzipatorisches Zeug vertreibt. Auch zahlreiche vegane Leckereien gehören zum Sortiment des gegenkulturellen Projektes, das aber leider immer mehr den Trend zur Kommerzialisierung der veganen Lebensweise zu spüren bekommt: Großunternehmen vertreiben neben ihrem Standardprogramm außerdem vegane Produkte, um ihre Profite in die Höhe zu schrauben. Andere Ideale als Gewinnmaximierung spielen in diesen Fällen freilich keine Rolle. Im Gegensatz dazu muss roots of compassion als respektabler Versuch betrachtet werden, innerhalb kapitalistischer Zwänge einen alternativen Weg zu gehen, der sich sowohl in der Produktauswahl als auch in der Organisation des Kollektivs niederschlägt. Verkauft werden ausschließlich Dinge, die hohen ethischen Ansprüchen genügen und die Zusammenarbeit innerhalb des Teams kommt ohne Hierarchien aus. Bitte helft, roots of compassion als Teil einer gelebten Gegenkultur zu erhallten und leistet Unterstützung – auf welchem Wege auch immer!

 

Bildmontage, zeigt ein Sparschwein neben durchgestrichener Namen insolventer Firmen.

Tönnies, der größte Schlachthof der Region

Vorweg: Ich verwende keine Fotos von (getöteten) Tieren in diesem Beitrag. Sie sollten allen Menschen bekannt sein und ich möchte an dieser Stelle nicht triggern.

Aus aktuellem Anlass (für die ermordeten Tiere und die ausgebeuteten Arbeiter*innen ist jeder Tag ein aktueller Anlass um darüber zu berichten) veröffentliche ich diesen Artikel:

Tönnies darf ab sofort die Tötungskapazitäten am Standort Rheda-Wiedenbrück auf 30.000 Tiere pro Tag erweitern.
Oder anders ausgedrückt: alle 2,9 Sekunden wird ein Leben in dem anonym wirkenden Gebäude ausradiert.

Ich möchte den Text in drei Teile gliedern, die das Unrecht, das an diesem Ort passiert, thematisieren sollen.

Da Tönnies selbst keinerlei Tiere hält, sondern dies von eigenständigen „Landwirt*innen“ erledigen lässt, war es mir leider nicht möglich über die Haltung verlässliche Quellen zu finden. So schön, wie es bei Tönnies dargestellt wird, dürfte es aber nicht sein, wie die Recherchen von anderen Tierrechtsorganisationen aus dem ganzen Land immer wieder zeigen.
Misshandlung, Gewalt und Verletzungen sind in der Tierhaltung von sogenannten Nutztieren Standard, keine Ausnahme.

Das Unternehmen

Die Tönnies Holding ApS & Co. KG ist Deutschlands größter Schlachthof für Schweine und gehört den beiden Familienunterehmern Clemens und Robert Tönnies. [efn_note] Leider wurde die Wikipedia-Seite offensichtlich von Tönnies-Sympathisanten geschönt: https://de.wikipedia.org/wiki/Tönnies_Holding[/efn_note] Im Unternehmen werden aktuell 16.500 Mitarbeiter*innen beschäftigt. [efn_note] https://www.toennies.de/fileadmin/content/documents/presse/Pressemappe_Deutsch.pdf [/efn_note] Damit ist die Firmengruppe der viertgrößte Schweinefleisch-Produzent der Welt!

Tönnies ist in der EU und im internationalen Markt aktiv, tötet die meisten Tiere aber in Deutschland.
Im Jahr 2016 wurden in Deutschland von Tönnies 16.200.000 Schweine getötet. Im Jahr 2017 konnte die Firmengruppe die Schlachtzahlen noch einmal um 2.5% auf 16.6 Millionen getötete Tiere in Deutschland erhöhen. Auf den Tag herunter gerechnet heißt das 850 Tonnen produzierte „Ware“.[efn_note] www.karriere-bei-toennies.de/fakten/ [/efn_note]
Dabei exportiert die Firma nach eigenen Angaben über 50% der Erzeugnisse.

Zu dem Gewinn des Unternehmens wird sich ausgeschwiegen, aufgrund des Umsatzes im vergangenen Jahr von 6,9 Milliarden Euro dürfte er entsprechend üppig ausfallen.[efn_note]  www.toennies.de/presse/detail/artikel/79/toennies-waechst-gegen-den-marktrend.html [/efn_note]
Tönnies hat außerdem an folgenden Firmen in der Branche eine Beteiligung:
– Weidemark; Westfalen Krone
– Jade Schlachthof, Wilhelmshaven
– Tevex Logistics GmbH
– Sachsenkrone; Fürstenstädter Fleischwaren; Reisinger Schlachthof GmbH
– Schlachthof Gütersloh GmbH; Schlachthof Beckum GmbH; Union Protein GmbH
– Tönnies Software Innovation GmbH; Slagteriet Brørup A/S (SB Pork A/S); Einkaufsallianz Nord GmbH
– FIRoWa Handels GmbH; B.& C. Tönnies Holding GmbH u. Co. KG; Rhedaer Geflügelfeinkost GmbH
– SB-Fleischwaren GmbH; Brandenburger Feinkost GmbH
– Tönnies Foodservice GmbH; Alpenmetzgerei AG Zürich; Garant Fleischnebenprodukte GmbH Rheda-Wiedenbrück
– Tönnies Außenhandels Beteiligungs GmbH; B.& C. Tönnies Bauplanungs-GmbH
– KUB Unternehmensbeteiligungsgesellschaft mbH; WestfalenGelatine GmbH
– Fleischwarenfabrik Vogt & Wolf, Gütersloh

Auch wenn Tönnies ein Gigant in seiner Branche ist, vertreibt die Firma unter dem Label „Gutfried“ auch vegetarische Produkte.
Mitte 2018 zog sich die Firma aber größtenteils aus diesem Segment zurück, da der Markt schrumpfte und nicht die gewünschten Umsätze generieren konnte.[efn_note]  https://www.welt.de/wirtschaft/article175513244/Fleisch-Toennies-beendet-sein-Veggie-Abenteuer.html [/efn_note]

Die Arbeiter*innen

Die Fleischindustrie ist für die menschenverachtenden Bedingungen bekannt, unter denen die Mitarbeiter*innen arbeiten müssen.
Wie sieht es bei Tönnies aus?
Tönnies arbeitet mit Subunternehmer*innen – wie z.B. der Firma BESSELMANN SERVICES GMBH & CO. KG – die ihrerseits Personal zur Verfügung stellen.
Auffällig ist dabei die hohe Anzahl der osteuropäischen Arbeiter*innen.

Auch wenn die Firmen zur Zahlung des Mindestlohns verpflichtet sind, finden sie – gemeinsam mit Tönnies – Wege, diesen zu umgehen. So ist das zeitintensive An- und Ausziehen der Arbeitskleidung, welches insgesamt bis zu 45 Minuten dauern kann, nicht als Arbeitszeit anerkannt und deswegen auch nicht bezahlt.
Das sind pro Tag bis zu 90 Minuten oder pro Woche bis zu 7,5 Stunden unbezahlte Mehrarbeit.
Überstunden, die am Band selbst anfallen, werden ebenfalls gerne übersehen. So gibt es Arbeiter*innen, die bis zu 25% mehr arbeiten, aber keinen Lohn oder Zeitausgleich für die erbrachte Leistung bekommen. Diese Personen waren ebenfalls über eine Sub-Firma angestellt. Auf Arbeitnehmer*innen wird Druck ausgeübt, damit sie nicht auf die Anerkennung der Stunden bestehen.
Ebenso kann der Lohn gedrückt werden, wenn illegalerweise die Reinigung von Hygiene-Kleidung in Rechnung gestellt wird.
Dies ist vom Arbeitgeber ohne Nachteil für die Belegschaft zu erledigen, wie Arbeitsgerichte entschieden haben.
Tönnies selbst schweigt sich zu den Vorwürfen aus und verweist lediglich darauf, dass die Arbeitnehmer*innen ja bei Subunternehmen angestellt sind.[efn_note]https://www.youtube.com/watch?v=MHr2DH15rSI&t=5s[/efn_note]

Das von den Mitarbeiter*innen nicht viel gehalten wird, zeigt auch eine Reportage vom SWR Mainz, die aufdeckte, dass flächendeckend mit Kameras überwacht wurde, sogar im Umkleide- und Toilettenbereich![efn_note]www.youtube.com/watch?v=8gFA-3Nvqp4[/efn_note]
Der Grund ist ein Armutszeugnis für die Firma im doppelten Sinne: Weil die – größtenteils aus Osteuropa per Subunternehmen – Angestellten vor Hunger Fleischabfälle klauen könnten, sieht sich Tönnies zu dieser 24/7 Überwachung genötigt.
Statt den Mitarbeiter*innen also einen lebenswürdigen Lohn zu zahlen, investiert die Firma lieber in Technik, um die ausgebeuteten Menschen zu überwachen. Tönnies streitet dies alles ab.

Die Umwelt

Leider findet sich praktisch nichts zu den Auswirkungen, die durch die „Produkte“ von Tönnies entstehen.
Das liegt u.a. daran, dass Tönnies selbst natürlich beste Verbindungen in die Politik hat, sodass vieles unter den Teppich gekehrt werden dürfte, andererseits wird es aber auch daran liegen, dass Tönnies seine Tiere von anderen Firmen zugeliefert bekommt. Tönnies züchtet also nicht selbst seine tierlichen Opfer, sondern lässt dies von anderen Betrieben vornehmen. Diese werden dann auch gerne als „Bauer von nebenan“ bezeichnet….
Dennoch hat sich ein lokales Bündnis gegen Tönnies gebildet. Diese Gruppe hat in der Ems multiresistente Keime entdeckt und führt diese auf den ansässigen Schlachthof zurück.[efn_note] www.die-glocke.de/lokalnachrichten/kreisguetersloh/rheda-wiedenbrueck/Multiresistente-Keime-in-der-Ems-entdeckt-155c40f8-18ad-4203-9915-802a7b4316bc-ds[/efn_note]
Tönnies weißt auch diese Vorwürfe zurück. Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet legen jedoch nahe, dass die von Tönnies durchgeführte Reinigung des Produktionswassers nicht funktioniert.[efn_note]www.bdew.de/presse/presseinformationen/medienberichte-ueber-multiresistente-keime-gewaessern/[/efn_note] Dass multiresistente Keime, auch bekannt als MRSA, aus der Fleischwirtschaft durch den maßlosen Verbrauch von Antibiotika kommen und diese MRSA letztendlich dafür sorgen, dass ein Post-Antibiotika-Zeitalter immer näher rückt, ist hinreichend wissenschaftlich belegt.
Wer heute Fleisch- oder Milchprodukte konsumiert, ist also mit dafür verantwortlich, dass morgen Menschen wieder an einem Schnitt im Finger sterben können. [efn_note]de.wikipedia.org/wiki/Staphylococcus_aureus[/efn_note]

 

Der Firmenverband von Tönnies agiert nach der Logik des Kapitalismus.
Oberstes Ziel sind Umsatz und Gewinn. Alles andere ist Zweitranging. Dazu gehören Mitarbeiter*innenschutz, Umweltschutz, Nachhaltigkeit oder ethisches Handeln.

Auch wenn ich es persönlich sehr schön finden würde, würde Tönnies vom Markt verschwinden, ist doch leider davon auszugehen, dass Konsument*innen weiter auf die Tricks und Lügen der Fleischlobby herein fallen und weiter „Produkte“ dieser Firmen kaufen werden. Damit zerstören diese Menschen nicht nur ihre eigene Gesundheit, sondern beuten die Arbeiter*innen aus, lassen Tiere quälen und töten und zerstören letztendlich den Boden, auf dem wir alle leben.
Mein Appell an dieser Stelle an die lesende Person: Weise, wann immer möglich, deine Mitmenschen auf das, was durch ihren Konsum finanziert wird, hin.

Selbst wenn Tönnies vom Markt verschwinden würde, ist damit noch niemandem (hiermit sind auch die nichtmenschlichen Tiere gemeint) geholfen. In unserem heutigem System, dem Kapitalismus, wird einfach eine andere Firma, die bessere PR betreibt, die die Ausbeutung der Arbeiter*innen besser versteckt und ihre Produkte besser an den Markt anpasst, nachrutschen.
Tönnies ist ein Symptom des Problems, nicht das Problem selbst. Das Problem heißt Kapitalismus. So lange Ausbeutung, Macht- und Finanzmittel-Anhäufung und die Umlegung der Kosten auf die Allgemeinheit – bei gleichzeitiger Privatisierung der Gewinne – toleriert, ja sogar gefördert werden, wird es immer ein „Tönnies“ geben. Dem System ethische Werte aufzuzwingen ist irrealistischer als das zerstörerische System zu beenden. Wir können ein böses Krebsgeschwür nicht zu einem guten umwandeln. Aber wir können es herausschneiden.

 

Möge das Schlachten so schnell wie möglich ein Ende finden.

Tatortaktion Escada

Hinweis: Dies war keine Aktion des Tierrechtstreff, das Bekenner*innenschreiben wurde von dem Verein die tierbefreier e.V. veröffentlicht, wir teilen es an dieser Stelle wegen des lokalen Bezugs und unserer Solidarität mit den Aktivist*innen.

„Pelz ist und bleibt untragbar, seine Herstellung ist auf den verschiedensten Ebenen ein Akt der Grausamkeit und eine klare Absage an Mitgefühl, Menschlichkeit und Verantwortungsbewusstsein. Für Pelz werden nichtmenschliche Tiere aufs Übelste misshandelt und kaltblütig ermordet, sie werden schonungslos durch die lebensverachtenden Mühlen kapitalistischer Verwertungslogik gedreht und ihre jämmerliche Existenz fristen sie im fremdbestimmten Status einer empfindungsunfähigen Ware. Auch die in menschenunwürdigen Lohnarbeitsverhältnissen schuftenden Arbeiter*innen der Pelzindustrie sind Opfer solcher Unternehmen, die durch den Vertrieb von Pelz ihre Profite in die Höhe schrauben wollen. Nicht zuletzt leidet die Umwelt enorm unter der mit aggressiven Chemikalien durchgeführten Gerbung der Tierfelle. Orte, an denen solcherlei Produkte verkauft werden, müssen aus unserer Perspektive demnach als Tatort bezeichnet werden, da an ihnen massiv moralisches Unrecht geschieht.

Gegen eine Kultur der Verrohung, für eine befreite Gesellschaft!

Wir bitten um Verbreitung der Information und Bilder.

Liebe Grüße
ALF“