Sind Tierversuche wirklich nötig? – Ausstellung und Demo in Münster

Am 15.10 veröffentlichten SOKO Tierschutz und Cruelty Free International ihre Undercover-Ermittlungen zum Tierversuchslabor LPT (Laboratory of Pharmacology and Toxicology) in Hamburg. Es sind erschreckende Zustände, die die verdeckten Aufnahmen dokumentieren. Die eingeschleusten Mitarbeiter filmten völlig verwahrloste Affen und Beagle in blutverschmierten Käfigen, die unter massiven psychischen Stressreaktionen leiden. Was hinter den verschlossenen Türen fernab jeglicher Blicke mit den Tieren passiert, ist kaum zu ertragen. Es müssen sofort rechtliche Konsequenzen folgen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Der Tierrechtstreff solidarisiert sich mit den Aktivist*innen der SOKO Tierschutz, der Cruelty Free International und der Ärzte gegen Tierversuche.
TRIGGERWARNUNG: Das folgende Video zeigt Aufnahmen aus dem Tierversuchslabor und enthält dementsprechend viel Gewalt.
https://youtu.be/qFjF0Dy3Uh0

Welche Ausmaße Experimente mit Tieren in Deutschland weiterhin haben, ist erschütternd. Im Vorjahr wurden laut der Bundesregierung fast 2,8 Millionen Tiere für Experimente genutzt. 740.000 wurden für die Versuche getötet. Begründet werden Tierversuche häufig mit dem Argument, dass sie dem Menschen nutzen würden. Die Experimente an Tieren dienten der Weiterentwicklung von Medikamenten, die Krankheiten heilen. Doch die am Tier getesteten Medikamente müssen noch lange nicht zuträglich für den Menschen sein. So versagen mehr als 90%(!)von den in Tierversuchen erfolgreichen Medikamente beim klinischen Test am Menschen. Die Medikamente wirken entweder gar nicht oder haben zu viele Nebenwirkungen. Diese Tests, bei denen menschliche Proband*innen gut informiert und freiwillig ein Medikament verabreicht bekommen, sind trotz Tierversuchen nötig und vorgeschrieben. Die Tierversuche ersetzen die Testphase am Menschen nicht, sondern täuschen eine vermeintliche Sicherheit nur vor.
Gegenwärtig muss sich kein*e Forscher*in rechtfertigen, wenn er*sie Tieren Leid zufügt. Das was zählt, sind Beiträge in wissenschaftlichen Fachzeitschriften und Forschungsgelder. Genehmigungsbehörden prüfen zudem nur die Einhaltung von Formalien, aber nicht die Sinnhaftigkeit von Tierversuchen. Wer profitiert also wirklich von Tierversuchen? Silke Strittmatter von den Ärzten gegen Tierversuche meint:
„Wir Verbraucher hören immer wieder: Ja man braucht Tierversuche, um unsere Krankheiten zu verstehen und heilen zu können. Tatsächlich aber sind Tierversuche ein unglaublich lukratives Geschäft. Ganze Industriezweige verdienen Unsummen am Tierversuch. Man kann sich das so vorstellen, wie einen Kreislauf – ein sich selbst erhaltendes System, das auf dem Leid der Tiere aufbaut und kranken Menschen überhaupt nicht weiterhilft“.
Nicht die Gesellschaft mit seinen Individuen erhält einen Mehrwert, vielmehr ist es die Industrie, die Tiere heranzüchtet, Käfige zur Verfügung stellt und schließlich die getöteten Tiere wieder entsorgt, die von die Tierversuchen profitiert.
Es gibt Alternativen zu Tierversuchen. Zum Beispiel können moderne Computersimulationen Auswirkungen von Therapien auf den menschlichen Organismus berechnen. Des Weiteren ist das Züchten von künstlichen Organen zu Forschungszwecken im Labor heute möglich.
Dieses Video informiert ausschließlich mit Hilfe von Animationen über Tierversuche. Es sind keine Aufnahmen von echten Tieren zu sehen:
https://youtu.be/xxFbQfbxXjI
Ärzte gegen Tierversuche kommen bald nach Münster:
Vom 26.10 bis zum 16.11. stellen die Ärzte gegen Tierversuche in der Volkshochschule (Aegidiimarkt 3) Informationen zu Tierversuchen und tierversuchsfreier Forschung vor. Neben der Ausstellung ist am Montag den 04.11. von 18 bis 19:30 ein Vortrag der Dipl.-Biol. Julia Radzwill zum Thema „Medizinischer Fortschritt ist wichtig – Tierversuche sind der falsche Weg!“. Am Freitag den 08.11. von 18 bis 19:30 hält Dr. med. Eva Kristina Bee zum Thema „Was hat denn unsere Ernährung mit Tierversuchen zu tun?“ einen Vortrag. Der Eintritt ist für die Ausstellung als auch für die Vorträge frei.
https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/all-termine/3011-ausstellung-tierversuche-und-vortraege-in-der-vhs-muenster
Nach so viel Input gibt es dann am 23.11 ab 12 Uhr in der Stubengasse eine Demo gegen Covance in Münster, eines der größten Tierversuchslabore für Affen in ganz Europa. Ihr seid herzlichst eingeladen mit uns laut zu werden, um auf die schreckliche Tierquälerei aufmerksam zu machen.
Facebook-Veranstaltung der Demo in Münster: https://www.facebook.com/events/stubengasse-48143-m%C3%BCnster-deutschland/demo-gegen-covance/2734402623453005/

Initiative gegen die Zukunft jüngerer Generationen

Am Freitag, den 30.8. überrascht der Tierrechtstreff die Menschen in der Münsteraner Innenstadt mit einer Kunstaktion, bei der ihr Teil der Performance sein könnt! Von 16 bis 17:30 Uhr wird die ominöse „Initiative gegen die Zukunft jüngerer Generationen“ auf der Ludgeristraße ihre Reden schwingen.

Kommt dazu und unterstreicht den ironischen Charakter der Aktion, indem ihr Teil der riesigen Menge werdet, die den Wortbeiträgen der „Initiative“ lauscht und tatkräftig applaudiert.

Freitag, 30.8.19
16 Uhr bis 17:30 Uhr
Auf Höhe der Ludgeristraße 26 (Ludgeristraße/ Ecke Windhorststraße)

„Tschau AV“

Banner "Tschau AV" getragen von zwei Personen bei der "The Oficial Animal Rights March" in Köln

Statement zu unserem Banner beim „The Official Animal Rights March“ in Köln am vergangenen Samstag, 17.08.2019.

 

+++ Don’t shoot the messenger +++
Zuallererst möchten wir zwei Sachen erwähnen:
Wir bitten davon abzusehen, dass die Personen auf dem Foto, die das Banner halten, persönlich angegriffen werden. Ebenso möchten wir keine einzelne Person, die mit Anonymous for the Voiceless (kurz AV) sympathisiert, angreifen. Es geht uns um die Kritik an der Organisation, ihrer Führung und dem, was sie in der Tierbefreiungsbewegung verursacht.
Beim The Official Animal Rights March 2019 • Köln, Germany, kurz TOARM, haben wir uns vom Tierrechtstreff Münster, zusammen mit anderen Gruppen, entschieden, mit einem herrschaftskritischen Block teilzunehmen.
Das Ziel dieses Blocks bestand darin, die klar mit AV in Verbindung zu bringende Offenheit für eine “Hauptsache-für-die-Tiere-Mentalität”(auch bekannt als „Non-Humans First“ (NHF)-Mentalität) zu problematisieren, wobei sich die Kritik nicht ausschließlich gegen AV, sondern gegen die Idee eines “Single-Issue”-Kampfes an sich richtet. Gemeint ist mit diesem Begriff der Einsatz für nur einen Befreiungskampf unter Vernachlässigung oder sogar Verrat anderer Befreiungsbewegungen. Häufig praktizierte Beispiele sind das Werben für Veganismus durch sexistische Plakate oder etwa durch das Bewerben großer Fleischkonzerne, weil sie ein veganes Produkt auf den Markt gebracht haben. Dies geschieht – in den Beispielen bleibend – auf Kosten aller Frauen*, die nicht weiter auf ihre Körper reduziert und zu Objekten degradiert werden wollen, bzw. auf Kosten u.a. der Arbeiter*innen, die vom betroffenen Fleischkonzern als moderne Lohnsklaven ausgebeutet werden, und auf Kosten der Tiere, die nach wie vor von diesem Konzern misshandelt und ermordet werden.
Leider ist das Wissen um eine inklusive Tierbefreiungsbewegung in den letzten Generationen von Aktivist*innen verloren gegangen und es werden die gleichen Fehler wiederholt, die es auch schon vor AV gab.
Eine inklusive Bewegung lebt davon, dass alle Menschen daran teilhaben können.
Diskriminierungen zu akzeptieren ist klar EXKLUSIV, denn: es werden Minderheiten angegriffen, die sich dann verständlicherweise nicht sicher fühlen und aufgrund dessen die Bewegung verlassen. Das ist kein inklusiver Ansatz und es ist alles andere als heuchlerisch, Intoleranz mit Intoleranz zu begegnen. „Hauptsache für die Tiere“ und „Hauptsache Aktivismus“ sind gefährliche Ansätze. Es müssen immer alle Befreiungskämpfe mit einbezogen werden. Nur das ist inklusiv!
Wir als emanzipatorische Gruppe können und wollen nicht akzeptieren, dass Minderheiten unterdrückt, marginalisiert und ausgeschlossen werden.
Da die Tierbefreiungsbewegung momentan auf einem Weg ist, der den Aktivismus für Tierrechte professionalisiert, hat dies zur Folge, dass nur die Menschen, die sich dieser kapitalistischen Logik unterwerfen können und wollen, an der Bewegung teilnehmen können.
Menschen, die als „zu schwach“ gelten, als dass sie über eine persönliche Diskriminierung hinwegsehen können, können kein Teil von AV sein.
Frauen*, die nicht „stark genug“ sind, um Schulter an Schulter mit Frauenhassern zu marschieren, werden ausgeschlossen.
People of Color sollen neben Neo-Nazis marschieren, körperlich oder geistig eingeschränkte Menschen neben solchen, die diese als minderwertig ansehen.

All dies sind Werte, für die AV steht.

Quelle [ab Minute 4:24 !]:

George Martin (AV London; groß im Bild) und Paul Bashir (AV Gründer; unten rechts klein im Bild) unterhalten sich über „intersektionale Heuchler*innen“. George Martin erklärt, was eine intersektionale bzw. inklusive Bewegung für ihn bedeutet.

Öffentlicher Beitrag von Asal Alamdari (AV Gründerin) vom 06.08.2019

Verfechter*innen von AV, welche die Organisation verteidigen, verweisen auf aktuelle Veränderungen in derselben. Richtig ist, dass die Chefetage von AV immer noch Sexismus leugnet und relativiert.

Diese Werte, die von der Führung von AV diktiert werden, werden von den einzelnen Chapter-Führungen umgesetzt. Wer sich dagegen auflehnt, wird seiner*ihrer Position enthoben (so passiert in Dortmund). Das Argument, dass die meisten AV-Mitglieder und -Organisator*innen für Intersektionalität und Inklusivität stehen und dies auch vertreten, steht klar im Widerspruch mit AV als Organisation an sich – wer einen inklusiven und intersektionalen Ansatz vertritt, kann einer solchen Organisation, die einer kapitalistischen Verwertungslogik folgt und die u.a. Rassist*innen und Anti-Feminist*innen in ihren Reihen duldet, nicht angehören. Selbst wenn es im eigenen Chapter keine Probleme gibt und Intersektionalität gelebt wird, ist doch immer noch die Dach-Organisation ganz klar anti-emanzipatorisch, kapitalistisch und hierarchisch.

Warum AV-Kritik auf dem “Official Animal Rights March” in Köln?
Selbstverständnis „The Official Animal Rights March Köln 2019":

Es wird sich hier für einen abolitionistischen Standpunkt bezüglich der Ausbeutung von Tieren und für eine klare vegane Botschaft eingesetzt. 
Wir kämpfen gegen Speziesismus, weshalb auch andere Arten von Diskriminierung wie beispielsweise (aber nicht beschränkt auf) Sexismus, Homophobie, Ableismi und Rassismus in Wort und Tat nicht mit unseren Werten einhergehen. 
Jegliche Person oder Gruppe, die mit dem Obengenannten nicht einverstanden ist, ist bei der Aktionen nicht erwünscht." [sic!]
Leider wird TOARM seinem eigenen Selbstverständnis nicht gerecht, wenn er AV als Gruppe auf der Veranstaltung duldet, was im Folgenden näher erläutert wird.
Hier in Münster konnten wir selbst miterleben, wie anti-feministische und transphobe Chapter-Leitungen über einen langen Zeitraum toleriert wurden und nur durch massivste Kritik und Abspaltung der emanzipatorischen Aktivist*innen eine Veränderung erzwungen wurde. Wir haben die Kritik an AV unermüdlich über verschiedenste Wege direkt an AV und andere Gruppen getragen. Dies haben wir immer zuerst auf der persönlichen Ebene versucht. Jedoch war dies selten von Erfolg gekrönt, da das Charisma und Gruppengefühl von AV stärker ist als Fakten. Auch ein Artikel in Deutschlands ältester und bekanntester Tierbefreiungs-Zeitschrift hat an dem rasanten Wachstum von AV kaum etwas geändert (ab Seite 74: http://wp12916505.server-he.de/pdf/tb99.pdf ).
Dadurch, dass die Kritik innerhalb der Bewegung zum großen Teil ignoriert wurde und bis heute wird, sahen wir uns gezwungen, die Botschaft öffentlich dort zu teilen, „wo es weh tut“.

Foto: Schwarz gekleidete Personen halten ein "anonymous for the voiceless" Banner

TOARM am 18.08.2019 in Köln
Auch wenn es eigentlich „The Official Animal Rights March“ sein sollte, sah es Samstag durch die enormen personellen Überschneidungen mit AV (insbesondere im Orga-Team des TOARM) eher nach einem „The Official Anonymous for the Voiceless March“ aus.

Foto: Zeigt Bild des Demozugs

TOARM am 18.08.2019 in Köln
Dies wird auch durch die vom March verbreiteten Fotos suggeriert, die den Eindruck erwecken, es handle sich um eine AV-Demo. AV versucht seine Marke zu pushen und so den Eindruck zu erwecken, dass AV die Tierrechtsbewegung repräsentiert.
Dies zeigt auch, dass es der Führung von AV vorrangig nicht um die Tiere, sondern um die eigene Marke geht. Dies wird auch durch Frontbanner verdeutlicht, auf denen lediglich der Name der Organisation steht, und neben Paul und Asal (Gründer*in AV) kein weiteres „Gesicht“ der Organisation zugeschrieben werden darf. Sie haben die Anonymous-Bewegung, welche nie ein Gesicht hatte, und der es immer nur um ihre Ideale ging, für sich vereinnahmt und instrumentalisieren sie, um sie mit ihren Gesichtern zu verbinden.
AV spricht davon, eine große „Vamily“ zu sein, jedoch zu dem Preis, dass sich alle Menschen dem Willen der Gründer*in unterwerfen müssen. Auch wenn offiziell Kritik gewünscht ist, wird sie doch, wenn sie geäußert wird, ins Lächerliche gezogen und die Person persönlich diffamiert (https://youtu.be/8kQjaF8yJw0). Wir sehen hier große Parallelen etwa zu Sekten, wie z.B. Scientology. Interne Kritiker*innen werden mundtot gemacht, Externe werden öffentlich denunziert und auf noch so kleine sachliche Kritik erfolgen öffentliche, persönliche Hass-Angriffe, die sich nicht mit der Kritik auseinandersetzen, sondern die Person persönlich verletzen sollen.
Nachdem im Jahr 2018 eine Welle der Kritik aus Richtung der Tierbefreiungsbewegung über AV geschwappt war , gründeten sich überall Liberation-Gruppen. Diese Gruppen setzen sich aus ehemaligen AV-Aktivist*innen zusammen, die die von AV ausgehende Diskriminierung nicht weiter dulden und einen inklusiven, intersektionalen Aktivismus betreiben wollen. Wir wissen, dass viele der auch heute noch bei AV engagierten Menschen, die teilweise vielleicht den Aktivismus gerade erst für sich entdeckt haben, die anti-emanzipatorischen Strukturen von AV selbst nicht vertreten.
Unser Plädoyer an euch: Unterstützt nicht weiter eine Organisation, die Rassismus, Sexismus, Ableism, Lookism und andere Diskriminierungsformen betreibt oder duldet. Emanzipiert euch aus der “Vamily” und schließt euch Gruppen an, deren emanzipatorisches Selbstverständnis nicht nur ein Lippenbekenntnis ist.
Die Aussage „Tschau AV“ drückt daher auch genau das aus, was dort steht, nämlich, dass es die Möglichkeit gibt, sich von AV zu verabschieden.
Eine inklusive Bewegung lebt davon, dass sie sich an der „schwächsten“ Gruppe orientiert, für ihre Rechte eintritt und Diskriminierungen nicht duldet. Keine Toleranz für Intoleranz!
Banner "Tierbefreiung Intersektional" wird von zwei Personen gehalten

Die folgenden Gruppenauflistung ist keine offizielle Unterzeichnung dieses Statements, die Gruppen waren aber Teil des herrschaftskritischen Blocks und sind einen Besuch wert:

die tierbefreier Bochum
Münster for Liberation
Liberation Berlin
Hearts & Liberation
Tierfabriken-Widerstand
Anarchistisches Kollektiv Glitzerkatapult
Animal Climate Action

Quellen:
https://imgur.com/ZM4Ah45
https://www.youtube.com/watch?v=8kQjaF8yJw0&feature=youtu.be&t=264
https://www.facebook.com/asal.alamdari/posts/2315591281827932
http://wp12916505.server-he.de/pdf/tb99.pdf

[05.10.] Demo gegen Escada!

Gemeinsam mit der Offensive gegen die Pelzindustrie organisieren wir in dieser Herbst/Winter-Saison eine groß angelegte Demo gegen Pelz und das pelzverkaufende Unternehmen Escada.Wir treffen uns um 12 Uhr auf dem Stubengassenplatz in Münster, wo es eine Begrüßung, ein wenig zum Snacken und warme Getränke geben wird. So gegen 13 Uhr setzen wir uns dann in Bewegung durch die Fußgänger*innenzonen der Innenstadt und statten verschiedenen pelzverkaufenden Unternehmen Besuche ab.Kartenausschnitt mit der Demoroute
Wir starten auf dem Stubengassenplatz und laufen über die Ludgeristraße und am Aegidiimarkt vorbei. Dann geht es über den Domplatz und entlang des Prinzipalmarktes zum Pelzgeschäft Mersmann. Von dort aus kehren wir wieder zu Escada zurück, wo die Abschlusskundgebung stattfinden wird.Seid gespannt auf einen kreativen Protest und bringt eure Freund*innen mit! Wir freuen uns auf euch.

[08.06.] Für eine Welt ohne Knäste!- Aber wie?

Für eine Welt ohne Knäste!- Aber wie?
Impulsvortrag mit anschließender Diskussionsrunde zum Thema „Gefängnisse und Alternativen dazu“

Wann? 08.06. 18:30
Wo? Baracke

Gefängnisse gelten den meisten Menschen als alternativlose Institutionen. Sie dienen der Bestrafung sogenannter Krimineller und schützen die Gesellschaft vor übergriffigen Individuen, so der gesellschaftliche Tenor. Messen wir das „System Knast“ jedoch an seinem selbstformulierten Ziel, „den Gefangenen zu befähigen, künftig in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten zu führen“ (StVollzG NRW §1), erweist es sich als höchst ineffektiv – oder sogar kontraproduktiv. Das hat auch Foucault in seinem Klassiker der Gefängniskritik „Strafen und Überwachen“ erkannt und herausgearbeitet, dass die eigentliche Funktion von Gefängnissen eine ganz andere ist.
Wozu Gefängnisse dem modernen Nationalstaat dienen und wie eine Gesellschaft ohne Gefängnisse aussehen könnte, darüber wollen wir mit euch diskutieren. Eine Gefangenenschreibecke wird es zu diesem Anlass außerdem geben. Erscheint gerne zahlreich!

Nie wieder Faschismus!

Nie wieder Faschismus!

Heute gab es leider wieder einen Infostand der AfD in der Innenstadt von Münster.
Erfreulicherweise haben Antifaschist*innen friedlichen Widerstand geleistet und sich mit Regenschirmen vor dem Infostand positioniert. Die Passant*innen hatten immer noch die Möglichkeit den Stand zu erreichen und in Kontakt zu treten. Sie wurden lediglich freundlich darauf hin gewiesen, dass sie den Flyer gerne hier in den mitgebrachten Müllsäcken entsorgen dürfen, da aus ihnen noch Kunst entstehen solle. Dazu wurden Schilder gehalten mit der Aufschrift: „Hier kann rechter Müll entsorgt werden“. Viele Menschen allen Altersstufen beteiligten sich daran einen Flyer zu bekommen und ihn demonstrativ zu zerreißen und zu entsorgen. Zusätzlich kamen viele Passant*innen vorbei und bedankten sich für die Aktion gegen die AfD. Martin Schiller fotografierte Protestierende ohne ihre Erlaubnis, woraufhin er auf Befehl der Polizei die Fotos löschen musste. Ein weiteres Parteimitglied hat mehrfach geschubst, doch die Antifaschist*innen haben sich davon nicht provozieren lassen. Jemand von der AfD ist sogar so weit gegangen und hat „vergasen, vergasen!“ gerufen. Widerlich, wie konsequenzlos von Angehörigen dieser Partei auch noch die letzten Tabus gebrochen werden. Wie weit ist der Faschismus heran geschritten? Weiterhin entsetzlich ist die Antwort eines AfD Mitglieds, auf die Frage, ob es Ihm bewusst sei, dass in Libyen laut Aussagen von Ärzte ohne Grenzen und des deutschen Botschafters „KZ-ähnliche Verhältnisse“ in den Lagern vorherrschen. Die Antwort des Parteimitglieds war lediglich: „Aber das kann mir doch egal sein!“. Seltsam, fordert doch gerade die AfD die Asylverfahren in genau diese Länder zu verlagern.

Es ist wichtig, nicht einfach wegzuschauen sondern zu handeln, darum ist friedlicher Protest das Mittel der Wahl. Nach über einer Stunde friedlichen Protests wurden die Antifaschist*innen von der Polizei des Platzes verwiesen, ohne Personalienaufnahme.

Vielen Dank an alle die sich gegen Faschismus stellen.

Demo für Zirkusse ohne Tiere

„Tiere hinter Gittern ist doch Mist“ – U.a. diese unmissverständliche Zeile unseres extra zu diesem Anlass komponierten Liedes ertöne vergangenen Mittwoch unzählige Male direkt gegenüber dem Haupteingang von Charles Knie. Wir waren bunt, freundlich und zahlreich – der von Zirkus Charles Knie fleißig bemühte Mythos „militanter Tierschützer“ (äh okay?!) konnte unter diesen Umständen nicht aufrechterhalten werden. In einem zuvor in der WN (Überraschung…) publizierten Artikel wehrt sich Charles Knie gegen die Vorwürfe der Tierquälerei, indem darauf verwiesen wird, dass Gegner*innen von Tierzirkussen oft „aus menschlicher Sicht“ und „oft ohne Fachkenntnisse“ argumentieren.* Ja, es stimmt, menschlich ist es in der Tat, Freiheit für Tiere einzufordern und der unterstellte Mangel an Fachwissen ist zudem unerheblich, denn dass Lebewesen lieber in ihrem natürlichen Lebensraum denn hinter Gittern leben möchten, ist eine höchst banale und intuitive Erkenntnis. Das zu wissen, dafür braucht es kein zoologisches Studium, sondern allein Mitgefühl. Vielen Dank an alle, die da waren und die Demo unterstützt haben.

https://www.wn.de/Startseite/Startseite-Schattenressort/3743410-Zirkus-Charles-Knie-auf-dem-Schlossplatz-Katzenfluesterer-in-der-Manege

Wenn Tiere sprechen könnten..  Die Aktivis in Tierkostümen hielten folgende Plakate hoch: "Zirkus macht mich traurig" "Die langen Transporte stressen mich" "Ich will zu meiner Familie" "Ich will keine Kunststücke machen" "Mir ist so kalt hier in Deutschland" "Ich will frei sein" Wenn Tiere sprechen könnten..  Die Aktivis in Tierkostümen hielten folgende Plakate hoch: "Zirkus macht mich traurig" "Die langen Transporte stressen mich" "Ich will zu meiner Familie" "Ich will keine Kunststücke machen" "Mir ist so kalt hier in Deutschland" "Ich will frei sein"

[17.04.] Demo gegen den Tierzirkus Charles Knie

Vom 17.04 – 22.04 wird Charles Knie wieder einmal in Münster seine Zelte aufschlagen. Mit im Gepäck: jede Menge Tierquälerei. Obwohl Tierzirkusse zusehends in die Kritik geraten und mit Zirkus Roncalli jüngst einer der größten Veranstalter davon abgerückt ist, weiterhin Tiere auszubeuten, zeigt Charles Knie sich aus Überzeugung uneinsichtig und treibt weiter sein perfides Geschäft auf Kosten der Tiere. Viele Worte müssen nicht verloren werden: Dem natürlichen Lebensraum entrissen fristen Zirkustiere ein tristes Dasein hinter Gitterkäfigen und in Transportern, sind ständigem Stress ausgesetzt und werden mithilfe schmerzhafter Trainingsmethoden dazu genötigt, artuntypische Bewegungen zu machen. Sowas ist völlig verzichtbar und gehört abgeschafft.

Am Mittwoch, den 17.04.19, wird es zum Auftakt zwei Vorstellungen geben, die wir jeweils zum Anlass nehmen wollen, Protest zu üben. Da die erste Vorstellung explizit an Familien gerichtet ist und wir daher mit vielen vielen Kindern rechnen, wollen wir besonders kinderfreundlich in Erscheinung treten. Bitte berücksichtigt diese Absicht.

Als wir vor zwei Jahren gegen den Zirkus demonstrierten, wurden wir außerdem und von uns völlig unerwartet von Nazis unterwandert, die sich zu uns gesellten und Flyer a la „Tierschutz ist Heimatschutz“ vetreilten. Wie damals werden wir Menschen dieses blaubraunen Schlages auch dieses Mal nicht dulden und notfalls eine antifaschistische Spontandemo ausrufen.

Kommt zahlreich und motiviert ♥

Grafik: Zeigt Tiger, der aus einem Käfig ausbricht mit dem Text "Artgerecht ist nur die Freiheit" unterlegt

„Ja! Anarchismus. Gelebte Utopie im 21. Jahrhundert“

„Ja! Anarchismus. Gelebte Utopie im 21. Jahrhundert“

Kaum eine Philosophie ist wie der Anarchismus verunglimpft worden, reduziert auf vermeintliches Chaos und Unordnung. Dabei haben sich Vertreter*innen des Anarchismus stets um eine positive Utopie der herrschaftsfreien, selbstorganisierten Gesellschaft bemüht. Das auch heute noch Menschen in Deutschland versuchen Anarchismus in der Praxis zu leben, zeigt Bernd Drücke in seinem Interviewband „Ja! Anarchismus. Gelebte Utopie im 21. Jahrhundert“. Bernd Drücke ist vom Freundeskreis Paul Wulf und Redakteur bei der anarcho-pazifistischen Zeitung Graswurzelrevolution.

Das Anarchismus auch heute nicht nur etwas Theoretisches, sondern etwas Lebendiges ist, zeigen die zahlreichen im Buch dokumentierten Gespräche mit Aktivist*innen, Publizist*innen, Deserteur*innen, Kriegsdienstverweigerer*innen, Kabarettist*innen und weiterhin anarchistisch motiviert oder inspirierten Menschen.

Foto: Zeigt drei Personen auf der Bühne, die aus dem Buch vorlesen.

Daher haben wir Bernd zu einer Lesung eingeladen und mit weiteren bereitwilligen Aktivist*innen ausgewählte Interviews in der Baracke Münster präsentiert. Dazu gab es ein veganes Buffet von unseren Aktivis.

Vielen Dank an alle Spenden! Insgesamt haben wir 140€ eingenommen, wovon 50% an Bernd und 50% an den Tierrechtstreff Münster gehen.

Danke an Alle für den schönen Abend 🙂

Die ganze Lesung gibt es auf Münster Tube, vielen Dank!

Schadet Tierschutz den Tieren?

Mit diesem provokanten Titel möchten wir uns mit einem wichtigen Thema auseinander setzen.
Was ist Tierschutz, von wem wird er warum betrieben und steht das Wohl der Tiere wirklich im Mittelpunkt der Handlungen?

Was Tierschutz ist, ist ja schnell erklärt, oder?
Tierschutz ist das Anliegen Tieren ein möglichst gutes Leben zu ermöglichen.

Leider ist es dann doch nicht so einfach… Wir möchten hier eine Trennung des „privaten“ Tierschutzes und dem staatlich organisierten vornehmen.

Unter privaten Tierschutz fassen wir alles zusammen, was Menschen tun, um Tieren direkt zu helfen.
Niemand hat etwas dagegen, wenn eine Person eine verletzte Taube zum Tierarzt bringt, Wildvögel zufüttert oder einen herrenlosen Hund beim Tierheim abgibt. Auch befürworten wir natürlich, wenn Menschen ihre Gärten für Wildtiere optimieren, Aktionen zur Erhaltung von Lebensräumen organisieren oder als Gassigeher*innen ihr lokales Tierheim unterstützen.
Kurzum: Privater Tierschutz ist alles, was individuellen Tieren unmittelbar hilft ihre aktuelle Lebenssituation zu verbessern, aus Gefahrensituationen zu kommen, oder von Schmerz und Verletzungen befreit zu werden.

Staatlich organisierter Tierschutz hingegen ist etwas ganz anderes. Das staatliche Tierschutzgesetz hat primär zwei Aufgaben.
Erstens: Die Ausbeutung von Tieren legitimieren und organisieren.
Zweitens: Der Bevölkerung den Eindruck vermitteln, dass alles in Ordnung ist.

Das Wohl der Tiere steht für das Tierschutzgesetz nicht an erster Stelle.
Vielmehr wird geklärt, wie Tiere gequält werden dürfen, welche Tierarten wie behandelt werden dürfen und wie die industrielle Haltung und Tötung vonstatten gehen soll. Noch mal deutlich: In einem Gesetz zum Schutze werden akzeptable Tötungspraktiken erläutert!

Egal, ob für „Lebensmittel“, zu „Forschungszwecken“ oder für andere „Rohstoffe“, Tiere werden zuerst nach ihrem ökonomischen Wert beurteilt, nicht nach ihren eigenen Wünschen und Bedürfnissen.
Dabei gehen der Staat und die Wirtschaft, die ja letztendlich den Staat lenkt, ganz geschickt vor.
Schon von klein auf wird Kindern beigebracht, dass wir bestimmte Tierarten nutzen dürfen, ohne, dass dies hinterfragt wird.
Agrarkonzerne geben Kinderbücher heraus, betreiben die Verlage für Schulbücher, sponsern tierliche Produkte in den Schulen  und richten Werbung in allen Medien gezielt an (Klein-)Kinder.
Alle paar Jahre wird eine neue Tierschutzreform verabschiedet, die es so darstellt, als ob es den Tieren JETZT ENDLICH richtig gut geht. Praktisch ändert sich für die Tiere aber nichts. Die Maßnahmen sind, selbst, wenn sie eingehalten werden, lachhaft.
Schweine stehen in ihrem eigenen Kot, fressen sich gegenseitig an, haben unversorgte Wunden – und mit einer Metallkette zum rumkauen wird plötzlich alles gut? Und wenn die sog. „Landwirte“ sich nicht an die Vorgaben halten? Mit einer Strafe müssen sie wohl kaum rechnen. Häufig sind Landwirt*innen und Veterinär*innen privat bekannt, kennen sich manchmal schon ihr ganzes Leben. Würde ein Veterinär Tiere wegen schlechter Behandlung beschlagnahmen, müsste der Staat für die Kosten aufkommen. Streicht der Staat gezielt diese Gelder, sind dem Veterinär die Hände gebunden. Und nicht zuletzt finden Kontrollen nicht regelmäßig statt – nicht mal im Ansatz. Es gibt in Deutschland Regionen, in denen, wenn der Veterinär Vollzeit arbeitet, er alle 17 Jahre einen Hof kontrollieren kann. Das ist kein Schreibfehler – siebzehn Jahre!

Foto: zerteilte Schweine auf Fleischerhaken
Nicht nur die Tiere leiden – offensichtlich – unter der Tierausbeutung. Auch die Arbeiter*innen und die Umwelt werden ausgenutzt.

Die Landwirt*innen können also ihr halbes Arbeitsleben tun und lassen was sie wollen, bevor sich mal jemand die Tiere anschaut. Und auch dann passiert, aus den o.g. Gründen, praktisch nie etwas.
Dennoch wird der Bevölkerung durch die bloße Existenz des Veterinäramts suggeriert, dass alles seine Richtigkeit hat.
Nehmen wir die Manipulation durch die Firmen und ihren veröffentlichten Medien hinzu, in denen die Tiere immer wieder in idyllischen Landschaften gezeigt werden, ist es nicht verwunderlich, dass viele Menschen lieber in dieser Fantasiewelt leben und Tiere konsumieren.

Wirkliche – grundlegende – Veränderungen werden durch solche Prozesse behindert.
Alle paar Jahre kommt wieder eine neue Reform, das Gewissen wird erst einmal wieder beruhigt. Bis nach und nach wieder herauskommt, dass weiter Tiere gequält werden. Dann gibt es wieder einen Aufschrei, Talkshows zum Thema, Erklärungen von Politiker*innen, gesellschaftliche Diskussionen und letztendlich wieder eine Reform. Ein Kreislauf aus Vertuschung,  Beschönigung, dem gewollten manipuliert werden und Ignoranz.

Wenn wirklich etwas für die Tiere erreicht werden soll, muss das Problem an der Wurzel gepackt werden.
Und das ist nicht eine suboptimale Haltung, lange Transportwege oder ungeschulte Schlachter.
Das Problem ist die Tiernutzung an sich! Wir können doch nicht vom Schutz von Tieren sprechen, wenn wir sie zeitgleich auf alle erdenklichen Arten ausbeuten und töten.
Wie würden Sie jemanden bezeichnen, der sich Kinderschützer nennt, aber seinen eigenen Nachwuchs misshandelt? Einen Frauenrechtler, der weibliche Personen schlägt? Einen Umweltschützer, der Atomstrom bezieht?
Wie würden sie einen Tierschützer nennen, der das Quälen und Töten von Tieren in Auftrag gibt?

Wirklicher Tierschutz – im eigentlichen Wortsinne – geht immer nur vegan!
Sowohl gesamtgesellschaftlich muss die Nutzung von Tieren beendet werden, als auch der individuelle Konsum von tierlichen Produkten.

Nie zuvor war es so einfach einen veganen Lebensstil zu haben.
Nie zuvor sprach so viel für einen veganen Lebensstil. Milliarden gequälte Tiere, verhungernde Menschen, Umweltzerstörung oder Treibhausgase sind nur einige der Punkte, für welche die Tiernutzung mitverantwortlich ist.
Egal ob die Tiere, die Menschen oder die Umwelt, irgendwas davon wird Ihnen hoffentlich am Herzen liegen.

Grafik: Schriftzug "GO VEGAN" und verschiedene kleinere Symbole
…für die Tiere, die Mitmenschen, die Umwelt.