„Tschau AV“

Banner "Tschau AV" getragen von zwei Personen bei der "The Oficial Animal Rights March" in Köln

Statement zu unserem Banner beim „The Official Animal Rights March“ in Köln am vergangenen Samstag, 17.08.2019.

 

+++ Don’t shoot the messenger +++
Zuallererst möchten wir zwei Sachen erwähnen:
Wir bitten davon abzusehen, dass die Personen auf dem Foto, die das Banner halten, persönlich angegriffen werden. Ebenso möchten wir keine einzelne Person, die mit Anonymous for the Voiceless (kurz AV) sympathisiert, angreifen. Es geht uns um die Kritik an der Organisation, ihrer Führung und dem, was sie in der Tierbefreiungsbewegung verursacht.
Beim The Official Animal Rights March 2019 • Köln, Germany, kurz TOARM, haben wir uns vom Tierrechtstreff Münster, zusammen mit anderen Gruppen, entschieden, mit einem herrschaftskritischen Block teilzunehmen.
Das Ziel dieses Blocks bestand darin, die klar mit AV in Verbindung zu bringende Offenheit für eine “Hauptsache-für-die-Tiere-Mentalität”(auch bekannt als „Non-Humans First“ (NHF)-Mentalität) zu problematisieren, wobei sich die Kritik nicht ausschließlich gegen AV, sondern gegen die Idee eines “Single-Issue”-Kampfes an sich richtet. Gemeint ist mit diesem Begriff der Einsatz für nur einen Befreiungskampf unter Vernachlässigung oder sogar Verrat anderer Befreiungsbewegungen. Häufig praktizierte Beispiele sind das Werben für Veganismus durch sexistische Plakate oder etwa durch das Bewerben großer Fleischkonzerne, weil sie ein veganes Produkt auf den Markt gebracht haben. Dies geschieht – in den Beispielen bleibend – auf Kosten aller Frauen*, die nicht weiter auf ihre Körper reduziert und zu Objekten degradiert werden wollen, bzw. auf Kosten u.a. der Arbeiter*innen, die vom betroffenen Fleischkonzern als moderne Lohnsklaven ausgebeutet werden, und auf Kosten der Tiere, die nach wie vor von diesem Konzern misshandelt und ermordet werden.
Leider ist das Wissen um eine inklusive Tierbefreiungsbewegung in den letzten Generationen von Aktivist*innen verloren gegangen und es werden die gleichen Fehler wiederholt, die es auch schon vor AV gab.
Eine inklusive Bewegung lebt davon, dass alle Menschen daran teilhaben können.
Diskriminierungen zu akzeptieren ist klar EXKLUSIV, denn: es werden Minderheiten angegriffen, die sich dann verständlicherweise nicht sicher fühlen und aufgrund dessen die Bewegung verlassen. Das ist kein inklusiver Ansatz und es ist alles andere als heuchlerisch, Intoleranz mit Intoleranz zu begegnen. „Hauptsache für die Tiere“ und „Hauptsache Aktivismus“ sind gefährliche Ansätze. Es müssen immer alle Befreiungskämpfe mit einbezogen werden. Nur das ist inklusiv!
Wir als emanzipatorische Gruppe können und wollen nicht akzeptieren, dass Minderheiten unterdrückt, marginalisiert und ausgeschlossen werden.
Da die Tierbefreiungsbewegung momentan auf einem Weg ist, der den Aktivismus für Tierrechte professionalisiert, hat dies zur Folge, dass nur die Menschen, die sich dieser kapitalistischen Logik unterwerfen können und wollen, an der Bewegung teilnehmen können.
Menschen, die als „zu schwach“ gelten, als dass sie über eine persönliche Diskriminierung hinwegsehen können, können kein Teil von AV sein.
Frauen*, die nicht „stark genug“ sind, um Schulter an Schulter mit Frauenhassern zu marschieren, werden ausgeschlossen.
People of Color sollen neben Neo-Nazis marschieren, körperlich oder geistig eingeschränkte Menschen neben solchen, die diese als minderwertig ansehen.

All dies sind Werte, für die AV steht.

Quelle [ab Minute 4:24 !]:

George Martin (AV London; groß im Bild) und Paul Bashir (AV Gründer; unten rechts klein im Bild) unterhalten sich über „intersektionale Heuchler*innen“. George Martin erklärt, was eine intersektionale bzw. inklusive Bewegung für ihn bedeutet.

Öffentlicher Beitrag von Asal Alamdari (AV Gründerin) vom 06.08.2019

Verfechter*innen von AV, welche die Organisation verteidigen, verweisen auf aktuelle Veränderungen in derselben. Richtig ist, dass die Chefetage von AV immer noch Sexismus leugnet und relativiert.

Diese Werte, die von der Führung von AV diktiert werden, werden von den einzelnen Chapter-Führungen umgesetzt. Wer sich dagegen auflehnt, wird seiner*ihrer Position enthoben (so passiert in Dortmund). Das Argument, dass die meisten AV-Mitglieder und -Organisator*innen für Intersektionalität und Inklusivität stehen und dies auch vertreten, steht klar im Widerspruch mit AV als Organisation an sich – wer einen inklusiven und intersektionalen Ansatz vertritt, kann einer solchen Organisation, die einer kapitalistischen Verwertungslogik folgt und die u.a. Rassist*innen und Anti-Feminist*innen in ihren Reihen duldet, nicht angehören. Selbst wenn es im eigenen Chapter keine Probleme gibt und Intersektionalität gelebt wird, ist doch immer noch die Dach-Organisation ganz klar anti-emanzipatorisch, kapitalistisch und hierarchisch.

Warum AV-Kritik auf dem “Official Animal Rights March” in Köln?
Selbstverständnis „The Official Animal Rights March Köln 2019":

Es wird sich hier für einen abolitionistischen Standpunkt bezüglich der Ausbeutung von Tieren und für eine klare vegane Botschaft eingesetzt. 
Wir kämpfen gegen Speziesismus, weshalb auch andere Arten von Diskriminierung wie beispielsweise (aber nicht beschränkt auf) Sexismus, Homophobie, Ableismi und Rassismus in Wort und Tat nicht mit unseren Werten einhergehen. 
Jegliche Person oder Gruppe, die mit dem Obengenannten nicht einverstanden ist, ist bei der Aktionen nicht erwünscht." [sic!]
Leider wird TOARM seinem eigenen Selbstverständnis nicht gerecht, wenn er AV als Gruppe auf der Veranstaltung duldet, was im Folgenden näher erläutert wird.
Hier in Münster konnten wir selbst miterleben, wie anti-feministische und transphobe Chapter-Leitungen über einen langen Zeitraum toleriert wurden und nur durch massivste Kritik und Abspaltung der emanzipatorischen Aktivist*innen eine Veränderung erzwungen wurde. Wir haben die Kritik an AV unermüdlich über verschiedenste Wege direkt an AV und andere Gruppen getragen. Dies haben wir immer zuerst auf der persönlichen Ebene versucht. Jedoch war dies selten von Erfolg gekrönt, da das Charisma und Gruppengefühl von AV stärker ist als Fakten. Auch ein Artikel in Deutschlands ältester und bekanntester Tierbefreiungs-Zeitschrift hat an dem rasanten Wachstum von AV kaum etwas geändert (ab Seite 74: http://wp12916505.server-he.de/pdf/tb99.pdf ).
Dadurch, dass die Kritik innerhalb der Bewegung zum großen Teil ignoriert wurde und bis heute wird, sahen wir uns gezwungen, die Botschaft öffentlich dort zu teilen, „wo es weh tut“.

Foto: Schwarz gekleidete Personen halten ein "anonymous for the voiceless" Banner

TOARM am 18.08.2019 in Köln
Auch wenn es eigentlich „The Official Animal Rights March“ sein sollte, sah es Samstag durch die enormen personellen Überschneidungen mit AV (insbesondere im Orga-Team des TOARM) eher nach einem „The Official Anonymous for the Voiceless March“ aus.

Foto: Zeigt Bild des Demozugs

TOARM am 18.08.2019 in Köln
Dies wird auch durch die vom March verbreiteten Fotos suggeriert, die den Eindruck erwecken, es handle sich um eine AV-Demo. AV versucht seine Marke zu pushen und so den Eindruck zu erwecken, dass AV die Tierrechtsbewegung repräsentiert.
Dies zeigt auch, dass es der Führung von AV vorrangig nicht um die Tiere, sondern um die eigene Marke geht. Dies wird auch durch Frontbanner verdeutlicht, auf denen lediglich der Name der Organisation steht, und neben Paul und Asal (Gründer*in AV) kein weiteres „Gesicht“ der Organisation zugeschrieben werden darf. Sie haben die Anonymous-Bewegung, welche nie ein Gesicht hatte, und der es immer nur um ihre Ideale ging, für sich vereinnahmt und instrumentalisieren sie, um sie mit ihren Gesichtern zu verbinden.
AV spricht davon, eine große „Vamily“ zu sein, jedoch zu dem Preis, dass sich alle Menschen dem Willen der Gründer*in unterwerfen müssen. Auch wenn offiziell Kritik gewünscht ist, wird sie doch, wenn sie geäußert wird, ins Lächerliche gezogen und die Person persönlich diffamiert (https://youtu.be/8kQjaF8yJw0). Wir sehen hier große Parallelen etwa zu Sekten, wie z.B. Scientology. Interne Kritiker*innen werden mundtot gemacht, Externe werden öffentlich denunziert und auf noch so kleine sachliche Kritik erfolgen öffentliche, persönliche Hass-Angriffe, die sich nicht mit der Kritik auseinandersetzen, sondern die Person persönlich verletzen sollen.
Nachdem im Jahr 2018 eine Welle der Kritik aus Richtung der Tierbefreiungsbewegung über AV geschwappt war , gründeten sich überall Liberation-Gruppen. Diese Gruppen setzen sich aus ehemaligen AV-Aktivist*innen zusammen, die die von AV ausgehende Diskriminierung nicht weiter dulden und einen inklusiven, intersektionalen Aktivismus betreiben wollen. Wir wissen, dass viele der auch heute noch bei AV engagierten Menschen, die teilweise vielleicht den Aktivismus gerade erst für sich entdeckt haben, die anti-emanzipatorischen Strukturen von AV selbst nicht vertreten.
Unser Plädoyer an euch: Unterstützt nicht weiter eine Organisation, die Rassismus, Sexismus, Ableism, Lookism und andere Diskriminierungsformen betreibt oder duldet. Emanzipiert euch aus der “Vamily” und schließt euch Gruppen an, deren emanzipatorisches Selbstverständnis nicht nur ein Lippenbekenntnis ist.
Die Aussage „Tschau AV“ drückt daher auch genau das aus, was dort steht, nämlich, dass es die Möglichkeit gibt, sich von AV zu verabschieden.
Eine inklusive Bewegung lebt davon, dass sie sich an der „schwächsten“ Gruppe orientiert, für ihre Rechte eintritt und Diskriminierungen nicht duldet. Keine Toleranz für Intoleranz!
Banner "Tierbefreiung Intersektional" wird von zwei Personen gehalten

Die folgenden Gruppenauflistung ist keine offizielle Unterzeichnung dieses Statements, die Gruppen waren aber Teil des herrschaftskritischen Blocks und sind einen Besuch wert:

die tierbefreier Bochum
Münster for Liberation
Liberation Berlin
Hearts & Liberation
Tierfabriken-Widerstand
Anarchistisches Kollektiv Glitzerkatapult
Animal Climate Action

Quellen:
https://imgur.com/ZM4Ah45
https://www.youtube.com/watch?v=8kQjaF8yJw0&feature=youtu.be&t=264
https://www.facebook.com/asal.alamdari/posts/2315591281827932
http://wp12916505.server-he.de/pdf/tb99.pdf

[28.09.] 10-Jähriger TRT-Geburtstag!!!

Unser Tierrechtstreff feiert Jubiläum und das wollen wir mit euch feiern! Wir feiern 10 Jahre Tierrechtsarbeit und haben dafür einen ganzen Tag gestaltet. Euch erwartet neben Live-Musik, spannenden Vorträgen und Workshops auch ein buntes Rahmenprogramm und super leckeres Essen.

Was genau wir mit euch vor haben und welche Leckereien ihr bei uns schlemmen dürft, erfahrt ihr in den nächsten Wochen – also bleibt dran und merkt euch die Veranstaltung!

 

10 Jahre Tierrechtstreff

[05.10.] Demo gegen Escada!

Gemeinsam mit der Offensive gegen die Pelzindustrie organisieren wir in dieser Herbst/Winter-Saison eine groß angelegte Demo gegen Pelz und das pelzverkaufende Unternehmen Escada.Wir treffen uns um 12 Uhr auf dem Stubengassenplatz in Münster, wo es eine Begrüßung, ein wenig zum Snacken und warme Getränke geben wird. So gegen 13 Uhr setzen wir uns dann in Bewegung durch die Fußgänger*innenzonen der Innenstadt und statten verschiedenen pelzverkaufenden Unternehmen Besuche ab.Kartenausschnitt mit der Demoroute
Wir starten auf dem Stubengassenplatz und laufen über die Ludgeristraße und am Aegidiimarkt vorbei. Dann geht es über den Domplatz und entlang des Prinzipalmarktes zum Pelzgeschäft Mersmann. Von dort aus kehren wir wieder zu Escada zurück, wo die Abschlusskundgebung stattfinden wird.Seid gespannt auf einen kreativen Protest und bringt eure Freund*innen mit! Wir freuen uns auf euch.

TV-Bericht: Wofür kämpfen Tierrechtler*innen?

+++ TV-Tipp: Wofür kämpfen Tierrechtler*innen? +++

Ende letzten Jahres haben wir auf einer unserer Veranstaltungen gegen ESCADA Besuch von einem WDR-Fernsehteam bekommen, das uns vor Ort nach unserer Motivation und den Zielen unseres Aktivismus‘ gefragt hat. Anlass dazu war ein Bericht, der die Qualität, den Sinn und die Realisierung des „Staatszieles Tierschutz“ untersucht – u.a. unsere Position dazu erfahrt ihr morgen Abend ab 18:15 bei Tiere suchen ein Zuhause.

Wer jedoch nicht warten mag, findet den Bericht schon heute unter diesem Link.

einen Text zum Thema findet ihr außerdem passend dazu veröffentlicht: Schadet Tierschutz den Tieren?

Schadet Tierschutz den Tieren?

Mit diesem provokanten Titel möchten wir uns mit einem wichtigen Thema auseinander setzen.
Was ist Tierschutz, von wem wird er warum betrieben und steht das Wohl der Tiere wirklich im Mittelpunkt der Handlungen?

Was Tierschutz ist, ist ja schnell erklärt, oder?
Tierschutz ist das Anliegen Tieren ein möglichst gutes Leben zu ermöglichen.

Leider ist es dann doch nicht so einfach… Wir möchten hier eine Trennung des „privaten“ Tierschutzes und dem staatlich organisierten vornehmen.

Unter privaten Tierschutz fassen wir alles zusammen, was Menschen tun, um Tieren direkt zu helfen.
Niemand hat etwas dagegen, wenn eine Person eine verletzte Taube zum Tierarzt bringt, Wildvögel zufüttert oder einen herrenlosen Hund beim Tierheim abgibt. Auch befürworten wir natürlich, wenn Menschen ihre Gärten für Wildtiere optimieren, Aktionen zur Erhaltung von Lebensräumen organisieren oder als Gassigeher*innen ihr lokales Tierheim unterstützen.
Kurzum: Privater Tierschutz ist alles, was individuellen Tieren unmittelbar hilft ihre aktuelle Lebenssituation zu verbessern, aus Gefahrensituationen zu kommen, oder von Schmerz und Verletzungen befreit zu werden.

Staatlich organisierter Tierschutz hingegen ist etwas ganz anderes. Das staatliche Tierschutzgesetz hat primär zwei Aufgaben.
Erstens: Die Ausbeutung von Tieren legitimieren und organisieren.
Zweitens: Der Bevölkerung den Eindruck vermitteln, dass alles in Ordnung ist.

Das Wohl der Tiere steht für das Tierschutzgesetz nicht an erster Stelle.
Vielmehr wird geklärt, wie Tiere gequält werden dürfen, welche Tierarten wie behandelt werden dürfen und wie die industrielle Haltung und Tötung vonstatten gehen soll. Noch mal deutlich: In einem Gesetz zum Schutze werden akzeptable Tötungspraktiken erläutert!

Egal, ob für „Lebensmittel“, zu „Forschungszwecken“ oder für andere „Rohstoffe“, Tiere werden zuerst nach ihrem ökonomischen Wert beurteilt, nicht nach ihren eigenen Wünschen und Bedürfnissen.
Dabei gehen der Staat und die Wirtschaft, die ja letztendlich den Staat lenkt, ganz geschickt vor.
Schon von klein auf wird Kindern beigebracht, dass wir bestimmte Tierarten nutzen dürfen, ohne, dass dies hinterfragt wird.
Agrarkonzerne geben Kinderbücher heraus, betreiben die Verlage für Schulbücher, sponsern tierliche Produkte in den Schulen  und richten Werbung in allen Medien gezielt an (Klein-)Kinder.
Alle paar Jahre wird eine neue Tierschutzreform verabschiedet, die es so darstellt, als ob es den Tieren JETZT ENDLICH richtig gut geht. Praktisch ändert sich für die Tiere aber nichts. Die Maßnahmen sind, selbst, wenn sie eingehalten werden, lachhaft.
Schweine stehen in ihrem eigenen Kot, fressen sich gegenseitig an, haben unversorgte Wunden – und mit einer Metallkette zum rumkauen wird plötzlich alles gut? Und wenn die sog. „Landwirte“ sich nicht an die Vorgaben halten? Mit einer Strafe müssen sie wohl kaum rechnen. Häufig sind Landwirt*innen und Veterinär*innen privat bekannt, kennen sich manchmal schon ihr ganzes Leben. Würde ein Veterinär Tiere wegen schlechter Behandlung beschlagnahmen, müsste der Staat für die Kosten aufkommen. Streicht der Staat gezielt diese Gelder, sind dem Veterinär die Hände gebunden. Und nicht zuletzt finden Kontrollen nicht regelmäßig statt – nicht mal im Ansatz. Es gibt in Deutschland Regionen, in denen, wenn der Veterinär Vollzeit arbeitet, er alle 17 Jahre einen Hof kontrollieren kann. Das ist kein Schreibfehler – siebzehn Jahre!

Foto: zerteilte Schweine auf Fleischerhaken
Nicht nur die Tiere leiden – offensichtlich – unter der Tierausbeutung. Auch die Arbeiter*innen und die Umwelt werden ausgenutzt.

Die Landwirt*innen können also ihr halbes Arbeitsleben tun und lassen was sie wollen, bevor sich mal jemand die Tiere anschaut. Und auch dann passiert, aus den o.g. Gründen, praktisch nie etwas.
Dennoch wird der Bevölkerung durch die bloße Existenz des Veterinäramts suggeriert, dass alles seine Richtigkeit hat.
Nehmen wir die Manipulation durch die Firmen und ihren veröffentlichten Medien hinzu, in denen die Tiere immer wieder in idyllischen Landschaften gezeigt werden, ist es nicht verwunderlich, dass viele Menschen lieber in dieser Fantasiewelt leben und Tiere konsumieren.

Wirkliche – grundlegende – Veränderungen werden durch solche Prozesse behindert.
Alle paar Jahre kommt wieder eine neue Reform, das Gewissen wird erst einmal wieder beruhigt. Bis nach und nach wieder herauskommt, dass weiter Tiere gequält werden. Dann gibt es wieder einen Aufschrei, Talkshows zum Thema, Erklärungen von Politiker*innen, gesellschaftliche Diskussionen und letztendlich wieder eine Reform. Ein Kreislauf aus Vertuschung,  Beschönigung, dem gewollten manipuliert werden und Ignoranz.

Wenn wirklich etwas für die Tiere erreicht werden soll, muss das Problem an der Wurzel gepackt werden.
Und das ist nicht eine suboptimale Haltung, lange Transportwege oder ungeschulte Schlachter.
Das Problem ist die Tiernutzung an sich! Wir können doch nicht vom Schutz von Tieren sprechen, wenn wir sie zeitgleich auf alle erdenklichen Arten ausbeuten und töten.
Wie würden Sie jemanden bezeichnen, der sich Kinderschützer nennt, aber seinen eigenen Nachwuchs misshandelt? Einen Frauenrechtler, der weibliche Personen schlägt? Einen Umweltschützer, der Atomstrom bezieht?
Wie würden sie einen Tierschützer nennen, der das Quälen und Töten von Tieren in Auftrag gibt?

Wirklicher Tierschutz – im eigentlichen Wortsinne – geht immer nur vegan!
Sowohl gesamtgesellschaftlich muss die Nutzung von Tieren beendet werden, als auch der individuelle Konsum von tierlichen Produkten.

Nie zuvor war es so einfach einen veganen Lebensstil zu haben.
Nie zuvor sprach so viel für einen veganen Lebensstil. Milliarden gequälte Tiere, verhungernde Menschen, Umweltzerstörung oder Treibhausgase sind nur einige der Punkte, für welche die Tiernutzung mitverantwortlich ist.
Egal ob die Tiere, die Menschen oder die Umwelt, irgendwas davon wird Ihnen hoffentlich am Herzen liegen.

Grafik: Schriftzug "GO VEGAN" und verschiedene kleinere Symbole
…für die Tiere, die Mitmenschen, die Umwelt.

Tatortaktion Escada

Hinweis: Dies war keine Aktion des Tierrechtstreff, das Bekenner*innenschreiben wurde von dem Verein die tierbefreier e.V. veröffentlicht, wir teilen es an dieser Stelle wegen des lokalen Bezugs und unserer Solidarität mit den Aktivist*innen.

„Pelz ist und bleibt untragbar, seine Herstellung ist auf den verschiedensten Ebenen ein Akt der Grausamkeit und eine klare Absage an Mitgefühl, Menschlichkeit und Verantwortungsbewusstsein. Für Pelz werden nichtmenschliche Tiere aufs Übelste misshandelt und kaltblütig ermordet, sie werden schonungslos durch die lebensverachtenden Mühlen kapitalistischer Verwertungslogik gedreht und ihre jämmerliche Existenz fristen sie im fremdbestimmten Status einer empfindungsunfähigen Ware. Auch die in menschenunwürdigen Lohnarbeitsverhältnissen schuftenden Arbeiter*innen der Pelzindustrie sind Opfer solcher Unternehmen, die durch den Vertrieb von Pelz ihre Profite in die Höhe schrauben wollen. Nicht zuletzt leidet die Umwelt enorm unter der mit aggressiven Chemikalien durchgeführten Gerbung der Tierfelle. Orte, an denen solcherlei Produkte verkauft werden, müssen aus unserer Perspektive demnach als Tatort bezeichnet werden, da an ihnen massiv moralisches Unrecht geschieht.

Gegen eine Kultur der Verrohung, für eine befreite Gesellschaft!

Wir bitten um Verbreitung der Information und Bilder.

Liebe Grüße
ALF“

 

Video der Modenschau!

Hier nun unsere komplette Modenschau für euch zum Nachschauen!
Doch wie genau entsteht so eine Aktion? Bei einem Kreativtreffen haben wir gemeinsam überlegt, was alles vorbereitet werden muss. Dort konnten wir dann eine Checkliste erstellen und die ersten Aufgaben verteilen. Der Teppich wurde bestellt, die Anmoderation wurde verfasst und sogar die Seitenbegrenzungen wurden von einer handwerklich begabten Person gebaut. Wie ihr seht, werden die unterschiedlichsten Fähigkeiten gebraucht und alle die Lust hatten, konnten sich einbringen. Sobald alle Materialien bereitstanden und auch die Moderation durch ein paar schlaue Köpfe zusammengetragen war, konnte es los gehen. Die verschiedenen Kleidungsstücke wurden anprobiert und unsere Models geschminkt und ganz nebenbei wurde geübt, geübt, geübt!

Übrigens: Die Pelze haben wir zum großen Teil von Menschen gespendet bekommen, die mit ihren Erbstücken nicht mehr viel anfangen konnten. Gekauft haben wir davon selbstverständlich nichts.
Und, ihr hört es ja selbst, eine wichtige Aufgabe war es nicht nur die Musik auszuwählen, sondern auch die Technik zu bedienen.
Während der Modenschau wurden unsere selbst erstellten Pelzflyer verteilt, um den Passant*innen weitere Informationen mitzugeben.
Das Konzept der Modenschau haben wir uns übrigens nicht selbst ausgedacht, sondern wir konnten uns durch Aktionen von anderen Tierrechtsgruppen inspirieren lassen.

Ihr habt Lust euch aktiv für Tierrechte einzusetzen, eure Ideen mit einzubringen und kreativ zu werden? Oder ihr habt die Aktion gesehen und möchtet uns eure Anregungen mitteilen? Dann schreibt uns gern eine Nachricht und/oder kommt bei unserem nächsten Aktiventreff am 03.03.2019 im Jugendinformations und -bildungszentrum (JiB) vorbei und bringt euch mit ein! Bei uns habt ihr die Möglichkeit euch in einem sicheren Rahmen auszuprobieren, euch mit euren Ideen oder eurer Person einzubringen und Menschen zum Umdenken anzuregen.

Pelzaktion 16.02.19

Wir haben am vergangenen Samstag in der Ludgeristraße Münsters den roten Teppich ausgerollt, auf dem sich unsere Models zu lässiger Loungemusik in Pelz und Leder präsentierten.

Diese Szene lockte schnell zahlreiche, neugierige Passant*innen. Was allerdings auf den ersten Blick wie eine gewöhnliche Modenschau wirkte, entpuppte sich bald als Inszenierung einer kritischen Auseinandersetzung mit der Pelz- & Lederindustrie. Inhaltlich wurde das Ganze durch unsere Moderatorin mit Informationen rund um die Herkunft, „Herstellung“, Verarbeitung und die nicht selten mit dem Verkauf einhergehende Verbraucher*innentäuschung bei der Deklaration, gefüllt.

Die Location vor dem Laden „Münster Accessoires“ war kein Zufall: auch hier wurden zur Wintersaison unterschiedliche Kleidungsstücke mit Pelzbesätzen verkauft.

Diese Aktion erntete eine bunte Mischung aus interessierten, verwirrten, entsetzten und staunenden Blicken – negative Kommentare blieben aus.

Wir haben uns insgesamt über viel Interesse, sehr aufmerksam zuhörende Menschen und zum Schluss über Applaus freuen können.

Wir in der aktuellen Ausgabe der tb!

An dieser Stelle möchten wir aus zwei Gründen auf die Zeitschrift „TIERBEFREIUNG“ hinweisen.
Einmal sind wir als TRT mit unserer Escada Pelzfrei #2 Aktion und auch andere Aktionen aus dem Stadtgebiet Münster in der Zeitung präsent vertreten.
Zur Website der Zeitung

Zum anderen weisen wir auf die Zeitschrift hin, da sie unserer Meinung nach viel zu wenig in der Tierrechts-/Tierbefreiungsszene gelesen wird. 

Cover der aktuellen Ausgabe 101 der Tierbefreiung

 

Das ist aus mehreren Gründen schade:
Die Zeitung bietet nicht nur immer wieder neue Anreize für den Aktivismus durch die gezeigten Berichte, auch dient sie der Vernetzung der Szene oder kann als Stimmungsbarometer über aktuelle Anliegen genutzt werden. Viele gut recherchierte Artikel können zur eigenen Weiterbildung herangezogen werden, genau so, wie die Vorstellung aktueller Medien – Bücher, Filme, Musik – immer wieder zeigt, dass die Szene aktiv und am gedeihen ist.

Die Bekenner*innenschreiben sind immer wieder Ansporn für direkte Aktionen im Sinne der ALF und zeigen, dass du – auch wenn es manchmal anders scheint – nicht allein bist. Außerdem sind diverse Aktionen immer mal wieder für ein schmunzeln gut, wie aktuell z.B. die über 100 entwendeten Wildkameras 🙂 .

Noch unsicher, ob die Zeitung was für dich ist?
Im Archiv kannst du – bis auf die letzten vier Ausgaben – die kompletten Zeitungen als PDF herunter laden!
Wie fantastisch ist das denn bitte?

Also, am besten gleich ein Abo abschließen und informiert und motiviert bleiben!

 

PS: Wir bekommen nichts für diesen Werbebeitrag, wir finden die Zeitung wirklich ganz fantastisch!

 

Pelzdemo 15.12.18

Gestern sind wir mit in der Summe etwa 35 Teilnehmer*innen durch die proppevolle Münsteraner Innenstadt gezogen, um gegen den allgemein wiedererstarkten Pelzhandel zu demonstrieren. Dabei haben sich unsere Appelle sowohl an die Händler*innen als auch an die Konsument*innen gerichtet. So gab es Redebeiträge u.a. vor ESCADA und MERSMANN, gleichzeitig aber wurde die gesamte Demoroute entlang Infomaterial an die Passant*innen verteilt. Wie immer waren die Reaktionen unterschiedlich: Während die kritisierten Unternehmen durch Verrieglung und Überspielung des Protestes mit billiger Weihnachtsmusik die Auseinandersetzung scheuten, gab es am Rande der Demonstration immer wieder konstruktive Gespräche mit interessierten Passant*innen. Aber auch die üblichen und unbeholfenen Unmutserklärungen blieben nicht aus: „…aber Lederschuhe tragen!“ oder „macht mal lieber was für Kinder“ haben wir mehrfach zu hören bekommen. An dieser Stelle hilft ganz ausgezeichnet ein Zitat aus einem der gestrigen Redebeiträge zur Entkräftung der Anfeindungen:

„Um es hier einmal in aller Klarheit zu sagen: Kein Lebewesen, ob menschlich oder nicht-menschlich, ist dafür da, um fremdbestimmt Jemandes Zwecke zu dienen. Alles Lebende hat ein unantastbares Recht auf körperliche Unversehrtheit, Freiheit und Selbstentfaltung.“ In diesem Sinne bedanken wir uns für die Teilnahme und versprechen, dran zu bleiben!

 

Foto: Personen halten Frontbanner mit dem Spruch "Lebewesen oder Ware? Sag NEIN zu PELZ!" Foto: Demonstrierende Personen halten Banner mit dem Slogan "Escada tötet" hoch Foto: Demonstration zieht über den Prinzipalmarkt in Münster Foto: Gezzeigt wird ein Käfig aus der Pelzproduktion, in dem ein totes Tier liegt. Im Hintergrund ist das Geschäft Mersmann zu sehen