Sind Tierversuche wirklich nötig? – Ausstellung und Demo in Münster

Am 15.10 veröffentlichten SOKO Tierschutz und Cruelty Free International ihre Undercover-Ermittlungen zum Tierversuchslabor LPT (Laboratory of Pharmacology and Toxicology) in Hamburg. Es sind erschreckende Zustände, die die verdeckten Aufnahmen dokumentieren. Die eingeschleusten Mitarbeiter filmten völlig verwahrloste Affen und Beagle in blutverschmierten Käfigen, die unter massiven psychischen Stressreaktionen leiden. Was hinter den verschlossenen Türen fernab jeglicher Blicke mit den Tieren passiert, ist kaum zu ertragen. Es müssen sofort rechtliche Konsequenzen folgen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Der Tierrechtstreff solidarisiert sich mit den Aktivist*innen der SOKO Tierschutz, der Cruelty Free International und der Ärzte gegen Tierversuche.
TRIGGERWARNUNG: Das folgende Video zeigt Aufnahmen aus dem Tierversuchslabor und enthält dementsprechend viel Gewalt.
https://youtu.be/qFjF0Dy3Uh0

Welche Ausmaße Experimente mit Tieren in Deutschland weiterhin haben, ist erschütternd. Im Vorjahr wurden laut der Bundesregierung fast 2,8 Millionen Tiere für Experimente genutzt. 740.000 wurden für die Versuche getötet. Begründet werden Tierversuche häufig mit dem Argument, dass sie dem Menschen nutzen würden. Die Experimente an Tieren dienten der Weiterentwicklung von Medikamenten, die Krankheiten heilen. Doch die am Tier getesteten Medikamente müssen noch lange nicht zuträglich für den Menschen sein. So versagen mehr als 90%(!)von den in Tierversuchen erfolgreichen Medikamente beim klinischen Test am Menschen. Die Medikamente wirken entweder gar nicht oder haben zu viele Nebenwirkungen. Diese Tests, bei denen menschliche Proband*innen gut informiert und freiwillig ein Medikament verabreicht bekommen, sind trotz Tierversuchen nötig und vorgeschrieben. Die Tierversuche ersetzen die Testphase am Menschen nicht, sondern täuschen eine vermeintliche Sicherheit nur vor.
Gegenwärtig muss sich kein*e Forscher*in rechtfertigen, wenn er*sie Tieren Leid zufügt. Das was zählt, sind Beiträge in wissenschaftlichen Fachzeitschriften und Forschungsgelder. Genehmigungsbehörden prüfen zudem nur die Einhaltung von Formalien, aber nicht die Sinnhaftigkeit von Tierversuchen. Wer profitiert also wirklich von Tierversuchen? Silke Strittmatter von den Ärzten gegen Tierversuche meint:
„Wir Verbraucher hören immer wieder: Ja man braucht Tierversuche, um unsere Krankheiten zu verstehen und heilen zu können. Tatsächlich aber sind Tierversuche ein unglaublich lukratives Geschäft. Ganze Industriezweige verdienen Unsummen am Tierversuch. Man kann sich das so vorstellen, wie einen Kreislauf – ein sich selbst erhaltendes System, das auf dem Leid der Tiere aufbaut und kranken Menschen überhaupt nicht weiterhilft”.
Nicht die Gesellschaft mit seinen Individuen erhält einen Mehrwert, vielmehr ist es die Industrie, die Tiere heranzüchtet, Käfige zur Verfügung stellt und schließlich die getöteten Tiere wieder entsorgt, die von die Tierversuchen profitiert.
Es gibt Alternativen zu Tierversuchen. Zum Beispiel können moderne Computersimulationen Auswirkungen von Therapien auf den menschlichen Organismus berechnen. Des Weiteren ist das Züchten von künstlichen Organen zu Forschungszwecken im Labor heute möglich.
Dieses Video informiert ausschließlich mit Hilfe von Animationen über Tierversuche. Es sind keine Aufnahmen von echten Tieren zu sehen:
https://youtu.be/xxFbQfbxXjI
Ärzte gegen Tierversuche kommen bald nach Münster:
Vom 26.10 bis zum 16.11. stellen die Ärzte gegen Tierversuche in der Volkshochschule (Aegidiimarkt 3) Informationen zu Tierversuchen und tierversuchsfreier Forschung vor. Neben der Ausstellung ist am Montag den 04.11. von 18 bis 19:30 ein Vortrag der Dipl.-Biol. Julia Radzwill zum Thema „Medizinischer Fortschritt ist wichtig – Tierversuche sind der falsche Weg!”. Am Freitag den 08.11. von 18 bis 19:30 hält Dr. med. Eva Kristina Bee zum Thema „Was hat denn unsere Ernährung mit Tierversuchen zu tun?” einen Vortrag. Der Eintritt ist für die Ausstellung als auch für die Vorträge frei.
https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/all-termine/3011-ausstellung-tierversuche-und-vortraege-in-der-vhs-muenster
Nach so viel Input gibt es dann am 23.11 ab 12 Uhr in der Stubengasse eine Demo gegen Covance in Münster, eines der größten Tierversuchslabore für Affen in ganz Europa. Ihr seid herzlichst eingeladen mit uns laut zu werden, um auf die schreckliche Tierquälerei aufmerksam zu machen.
Facebook-Veranstaltung der Demo in Münster: https://www.facebook.com/events/stubengasse-48143-m%C3%BCnster-deutschland/demo-gegen-covance/2734402623453005/

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